Was ist denn überhaupt eine Bestattungszeremonie?
- Yvonne Hochheuser
- 25. Feb. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. Feb. 2024
Gemäss Wikipedia ist eine Bestattung "die Verbringung des Leichnams oder der Asche eines Verstorbenen (ggf. auch Tieres) an einen festen, endgültig bestimmten Ort (Bestattungsplatz) in der Erde oder die Ausbringung der Asche in die Natur." Bevor wir weiterfahren: Für mich muss diese letzte Stätte keinesfalls in der Erde sein. Bei uns steht eine wunderschöne Urne im Wohnzimmer. Irgendwann - hoffentlich ist es noch lange hin - werden wohl noch andere dazukommen. Denn ich möchte meine Liebsten lieber bei mir haben als an einem Ort, den ich dann wahrscheinlich viel zu selten aufsuche. Möchte ihnen bei jeder Gelegenheit zuprosten und bei Bedarf Zwiegespräche führen können. Und offensichtlich bin ich mit diesem Wunsch nicht allein, denn das Angebot an wirklich schönen Urnen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen - die Google Suche mit den Stichwörtern "schöne Urne" fördert Erstaunliches zu Tage!
Aber zurück zur Wikipedia: "Eine Bestattung schließt in der Regel eine religiöse (z. B. kirchliche) oder weltliche Trauerzeremonie ein." Hier gehe ich mit der freien Enzyklopädie einig: Wenn die Urne an ihren Platz kommt oder die Asche verstreut wird, sollte das entsprechend zelebriert werden. Und wer sich überlegt, in seinen letzten Willen zu schreiben, dass man ja nicht zu viel Aufhebens um diesen Akt bzw. ganz davon absehen solle: Eine Zeremonie hilft den Überlebenden bei der Bewältigung der Trauer. Und muss rein gar nichts mit Religion zu tun haben.
Für viele ist eine Bestattung aber immer noch mit der Abdankung in der Kirche und der Beisetzung auf einem Friedhof verbunden. Und für viele kommt genau das nicht in Frage. Auch ich kann mir nicht vorstellen, auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt zu werden - obwohl ich immer noch ein Mitglied der reformierten Landeskirche bin und ein Recht darauf hätte. Und noch weniger kann ich mir vorstellen, dass für mich ein Gottesdienst veranstaltet wird - ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt grundlos einen solchen besucht habe und möchte niemanden dazu nötigen. Was ich mir aber sehr gut vorstellen kann ist, dass es an irgendeinem Ort, an dem ich gerne war, eine Feier gibt. Dass man mir gedenkt, sich an mich erinnert. Dass ich dort präsent bin - in meiner Urne, die ich vielleicht sogar selbst ausgesucht habe. Und dass diese danach ihren Platz findet - wo auch immer. Das verstehe ich unter einer Bestattungszeremonie - wir feiern, dass jemand das Ende des Weges erreicht und seine letzte Stätte gefunden hat.

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